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Gedicht der Woche 48/2022


IN EINER WELT OHNE RETTENDEN SINN -
Man lebt nicht, ohne sein Herz zu verhärten
Und sich zu sagen: ich aber bin -
Gibt es doch Wasser und gibt es noch Gärten,
In denen Zeit sich aus Knospen entfaltet
Hinein in den blühenden Sommerblust
Und dann den Winter, der eisstreng waltet
Mit den Keimen des Frühlings: Märzgrüne Lust ...
Es gibt so wenig, woran sich zu halten.
Und Blühn ist vielleicht der einzige Sinn.
Gelingts uns auch nicht, die Welt zu verwalten -
Die Erde sagt immer noch: ich aber bin.



Eva Strittmatter

aus "Der Winter nach der schlimmen Liebe"
Aufbau Verlag 2005

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