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Gedicht der Woche 14/2026

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JAHRSTAG

Wie wunderbar der Waldboden roch
Am fünften April nach dem ersten Regen.
Nach Grün und Frische und nach noch
Etwas. Auf andren Wegen
Roch es so sehr nach Wind und Licht.
Wo warn die Wege, will ich nicht
Mehr wissen. Heut vorm Jahr
Flog ich nach Süden. Für ein paar
Unvorhersehbar was für Tage.
Unwiederholbar. Eine Sage,
In der man ohne Schatten war.
Identitätslos. Heut vorm Jahr ...
Wie wunderbar der Waldboden roch.
Am fünften April nach dem ersten Regen.
Nach Grün und Frische und nach noch.
So roch es auch auf jenen Wegen.



Eva Strittmatter

aus "Liebe und Haß - Die geheimen Gedichte"
Aufbau Verlag 2000

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